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Die teuersten Orte der Schweiz – und warum sie so teuer sind

Die teuersten Orte der Schweiz – und warum sie so teuer sind

St. Moritz: 52'000 Franken pro Quadratmeter. Warum ein Bergdorf teurer sein kann als eine Grossstadt - und was das über die Schweiz verrät.

SchweizWissen Redaktion·12. August 2026·9 Min. Lesezeit

Die Schweiz ist teuer. Das ist nichts Neues. Spannend wird es aber, wenn man genauer hinschaut: Wo ist die Schweiz eigentlich am teuersten? In Zürich? In Genf? In Zug? Oder doch in St. Moritz?

Die Antwort ist: Es kommt darauf an, was man misst. Geht es um Mieten, um Wohneigentum, um Luxusimmobilien oder um die gesamten Lebenshaltungskosten? Je nach Blickwinkel stehen andere Orte ganz oben.

Klar ist aber: Die teuersten Gegenden der Schweiz liegen vor allem dort, wo drei Dinge zusammenkommen: knapper Wohnraum, hohe Einkommen und internationale Nachfrage.

St. Moritz: Der teuerste Luxus-Ort der Schweiz

Wenn man nach den teuersten Immobilienstandorten der Schweiz fragt, führt kaum ein Weg an St. Moritz vorbei.

Laut dem UBS Luxury Property Focus 2026 ist St. Moritz der teuerste Luxusimmobilienstandort der Schweiz - vor Gstaad und Verbier. UBS nennt für St. Moritz durchschnittliche Quadratmeterpreise von rund 52'000 Franken im Luxussegment. In Gstaad und Verbier liegen die Durchschnittspreise bei etwa 45'000 Franken pro Quadratmeter.

Das ist eine andere Welt als der normale Schweizer Wohnungsmarkt. Hier geht es nicht um die klassische Familienwohnung, sondern um exklusive Chalets, Zweitwohnungen und Luxusobjekte an internationalen Toplagen.

St. Moritz ist nicht nur ein Skiort, sondern eine globale Marke: Schnee, Prestige, internationale Events, diskrete Vermögende und extrem knappes Angebot.

UBS schreibt zudem, dass Luxusliegenschaften in den Bergregionen 2025 stärker im Preis gestiegen sind als im Schweizer Gesamtmarkt.

Gstaad und Verbier: Luxus, Diskretion und internationale Käufer

Direkt hinter St. Moritz folgen Gstaad und Verbier. Beide Orte funktionieren ähnlich, aber mit unterschiedlichem Image.

Gstaad steht für diskreten Luxus, Chalets, Privatsphäre und eine sehr internationale Klientel. Verbier ist sportlicher, alpiner und besonders bei wohlhabenden Wintersportfans beliebt.

Auch hier ist der entscheidende Punkt: Das Angebot ist extrem begrenzt. Man kann in solchen Orten nicht einfach beliebig neue Luxusobjekte bauen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage hoch.

Damit zeigen St. Moritz, Gstaad und Verbier eine wichtige Wahrheit über den Schweizer Immobilienmarkt: Teuer wird es dort, wo Lage nicht reproduzierbar ist. Einen See, eine Aussicht, eine Skipiste oder gesellschaftliches Prestige kann man nicht einfach neu erschaffen.

Cologny und Küsnacht: Die teuersten Erstwohnungsorte

Nicht alle teuren Orte liegen in den Bergen.

Unter den klassischen Erstwohnungsmärkten stechen besonders Cologny am Genfersee und Küsnacht am Zürichsee hervor. Laut UBS führen diese beiden Orte die Rangliste der teuersten Erstwohnungsmärkte an. Für Cologny nennt UBS durchschnittliche Quadratmeterpreise von rund 43'000 Franken im Luxussegment, für Küsnacht rund 37'000 Franken.

Cologny liegt direkt am Genfersee, nahe der Stadt Genf, mit viel Privatsphäre, Villenlagen und internationalem Umfeld. Küsnacht liegt an der Zürcher Goldküste - dort, wo Seezugang, Nähe zur Stadt Zürich, tiefe Gemeindesteuern und hohe Einkommen zusammenkommen.

Man bezahlt nicht nur für Quadratmeter. Man bezahlt für Adresse, Aussicht, Zugang und Umfeld.

Zürich, Zug und Genf: Teuer im Alltag

Wenn man nicht den Luxusmarkt betrachtet, sondern den Alltag normaler Haushalte, landen vor allem Zürich, Zug und Genf weit oben.

Bei den durchschnittlichen Mieten pro Quadratmeter lagen 2024 die Kantone Zug, Zürich und Genf an der Spitze: Zug mit 21,5 Franken pro Quadratmeter, Zürich mit 21,3 Franken und Genf mit 21,1 Franken. Der Schweizer Durchschnitt lag bei 17,8 Franken pro Quadratmeter.

Der Homegate-Mietindex zeigte im Mai 2026, dass die Angebotsmieten schweizweit gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent gestiegen sind.

Die Stadt Zürich meldete für 2024, dass der Quadratmeter-Mietpreis zwischen 2022 und 2024 von 20,5 auf 21,8 Franken gestiegen ist. Die mittlere Nettomiete einer 3-Zimmer-Wohnung lag bei 1'578 Franken.

Warum gerade diese Orte so teuer sind

Die teuersten Orte der Schweiz haben meist dieselben Preistreiber.

**Knappheit.** 2025 lag die Leerwohnungsziffer in der Schweiz bei nur noch 1 Prozent. Das Bundesamt für Statistik zählte am 1. Juni 2025 insgesamt 48'455 Leerwohnungen. In besonders gefragten Regionen ist der Leerstand noch tiefer. Wer eine Wohnung sucht, konkurriert mit vielen anderen.

**Hohe Einkommen und Vermögen.** In Regionen wie Zürich, Zug oder Genf sitzen viele gut bezahlte Jobs, internationale Firmen, Banken, Tech-Unternehmen, Rohstoffhändler und internationale Organisationen.

**Steuern.** In der Schweiz unterscheiden sich Steuerbelastungen je nach Kanton und Gemeinde deutlich. Das macht Orte wie Zug oder gewisse Schwyzer Gemeinden besonders attraktiv für Personen mit hohen Einkommen. Tiefe Steuern erhöhen die Nachfrage nach Wohnraum - und damit die Preise.

**Internationale Attraktivität.** St. Moritz, Gstaad, Verbier, Genf und Zürich sind international bekannte Namen. Wer global denkt, vergleicht diese Orte mit Monaco, London, Paris, Aspen oder Singapur.

Teuer heisst nicht überall dasselbe

Ein Ort kann auf unterschiedliche Weise teuer sein.

St. Moritz ist vor allem im Luxus- und Zweitwohnungsmarkt extrem teuer. Zürich ist im Alltag teuer, weil Mieten, Dienstleistungen und Nachfrage hoch sind. Zug ist teuer, weil tiefe Steuern, starke Wirtschaft und wenig verfügbare Wohnungen zusammenkommen. Genf ist teuer, weil internationale Organisationen, hohe Löhne, knapper Boden und Seelage aufeinandertreffen.

Darum ist die Frage "Was ist der teuerste Ort der Schweiz?" nicht mit einem einzigen Namen beantwortet.

Was das über die Schweiz verrät

Die teuersten Orte der Schweiz zeigen ein Grundprinzip des Landes: Die Schweiz ist klein, stabil, wohlhabend - und an den begehrtesten Lagen extrem knapp.

In vielen Ländern steigen Immobilienpreise vor allem in Metropolen. In der Schweiz sind es zusätzlich kleine Gemeinden, Seeorte und Bergdörfer, die internationale Preise erreichen.

Ein Dorf wie St. Moritz kann teurer sein als viele Grossstadtlagen. Eine Gemeinde wie Küsnacht kann preislich weit über dem liegen, was man von ihrer Einwohnerzahl erwarten würde.

Das ist typisch Schweiz: Nicht die Grösse eines Ortes entscheidet über den Preis, sondern seine Lage, seine Erreichbarkeit, seine Steuerattraktivität, sein Prestige und seine Knappheit.

Fazit

Die teuersten Orte der Schweiz sind nicht einfach nur teuer, weil dort schöne Häuser stehen. Sie sind teuer, weil sie etwas bieten, das selten ist: Seeanstoss, Bergpanorama, internationale Sicherheit, tiefe Steuern, Nähe zu starken Arbeitsmärkten oder globales Prestige.

Ganz oben stehen im Luxussegment St. Moritz, Gstaad, Verbier, Cologny und Küsnacht. Im Alltag gehören vor allem Zug, Zürich und Genf zu den teuersten Wohnregionen.

Die teuersten Orte der Schweiz zeigen nicht nur, wo Wohnen am meisten kostet. Sie zeigen auch, welche Lagen in der Schweiz als besonders wertvoll gelten.

Quellen

UBS Luxury Property Focus 2026: St. Moritz teuerster Luxusimmobilienstandort der Schweiz; Quadratmeterpreise rund 52'000 Franken; Gstaad und Verbier rund 45'000 Franken; Cologny rund 43'000 Franken, Küsnacht rund 37'000 Franken.

Homegate-Mietindex / Zürcher Kantonalbank: Angebotsmieten Mai 2026 um 2,5 Prozent gestiegen.

Bundesamt für Statistik BFS: Leerwohnungsziffer 2025 bei 1 Prozent; 48'455 Leerwohnungen per 1. Juni 2025.

Stadt Zürich: Quadratmeter-Mietpreis 2024 von 20,5 auf 21,8 Franken gestiegen; mittlere 3-Zimmer-Nettomiete 1'578 Franken.

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV: Unterschiedliche Steuerbelastung je nach Wohnort.

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